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SEGLER-EGG
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So führte die "Funktional-kritische Didaktik" zu einem "Offenen System von Musikunterricht"', das von den Studierenden als "Segler-Ei" bezeichnet wurde, obwohl ich immer betont habe, dass die Darstellung in Zusammenarbeit mit dem Kollegen Wolfgang Roscher, damals PH Hildesheim, entstanden ist:

Dieses offene System
ist eine dreidimensionale Zusammenstellung von Lernbereichen unseres
Faches in ihren gegenseitigen Bezügen. Die Zusammenstellung
gilt für Lernobjekte und Lernprozesse und soll darauf hinweisen,
daß jeder Teilbereich unter mehreren Funktionen im Unterricht
auftreten kann.
Planung und Realisation von Musikunterricht wird prinzipiell den
didaktischen Bezug von Denken und Handeln berücksichtigen.
In diesem Bezugsfeld gliedern sich auf der Seite der Reflexion
(Musik zuordnen), die Konsumtion (Musik auswählen) und die
Rezeption (Musik erkennen und wahrnehmen), auf der Seite der Interaktion
(Musik anwenden) die Produktion (Musik erfinden) und die Reproduktion
(Musik wiedergeben) ein. Bei jedem dieser wiederum aufeinander
bezogenen Lembereiche handelt es sich in der ersten Dimension
um individuelle und gesellschaftliche Wirkungen der Musik.
Entsprechend gibt es verschiedene Fachgebiete, die über die
Musik selbst und ihre gesellschaftlichen Bezüge etwas aussagen.
Wird die Reflexion über die Wirkungen als Ausgangspunkt gewählt,
kann der Unterricht an den Fachgebieten 1.1 bis 3.3 aus der zweiten
Dimension des Systems ansetzen, wird die Interaktion als Ausgangspunkt
gewählt, kann an den Fachgebieten 4.1 und 6.3 angesetzt werden.
Dabei ist zu bedenken, daß einzelne Aspekte an ihrem Ort
austauschbar sind; Notation kann z.B. dem Lembereich 3 (Rezeption)
zugeordnet werden. Die fachlichen Aspekte sind also nicht starr
in ihrer Zuordnung zu sehen.

Die dritte Dimension rotiert; der innere Kreis weist darauf hin,
daß die Lembereiche der ersten Dimension einschließlich
der einzelnen Fachgebiete und -aspekte methodisch unterschiedlich
angegangen werden können. Eine musikpsychologische Information
kann provozierend eingesetzt, informierend auf Fragen gegeben,
reagierend auf bestimmte vorausgegangene Schritte entdeckt' werden
oder als systematisierende Zusammenfassung gesammelter Erfahrungen
oder Materialien erfolgen.
Der Bezug zu Unterricht und Unterrichtsplanung ist folgender:
Es ist zu beachten, daß der Unterricht nicht in der theoretischen
oder in der praktischen Dimension allein allzulange verharrt.
Alle Lembereiche sollten gleichgewichtig vertreten sein. Das System
zwingt mithin auch dazu, Wirkungen und Funktionen von Unterrichtsobjekten
einzubeziehen, die im traditionellen Unterricht oft unbeachtet
geblieben sind. Die Bezifferung hat sich als vorteilhaft für
Unterrichtsvorbereitung, -beobachtung und -nachbereitung erwiesen!
Helmut Segler Paper 1972-1973
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