Auf Deutsch

Klaus RUNZE

(Bonn, D)

Pädagoge / Pianist / Intermedia Artist

STATEMENT:

UNMITTELBARKEIT

HERAUSFORDERUNG FÜR DEN KLAVIERUNTERRICHT

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Wo stehen wir?

Veränderte Zeiten bewirken einem Wandel der Massstäbe. Was über lange Zeit als Idolträger seinen angestammten Platz hatte, entpuppt sich als winziger Ausschnitt im Geschehen. Von der Expansion des Klanges überrollt, wachsen dem "klassischen" Instrument neue Aufgaben zu: Die Erinnerung an das Monochord des Pythagoras zu wecken und das Gehör auf das komplexe Environment anzusetzen, dessen Schwingungen wir aufgeliefert sind.

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Hoffnungslos überfordert, auch nur annähernd die lineare Entwicklung fortzuführen, die uns historisch geprägt hat, ergibt sich die Frage: Was ist das Klavierspiel noch wert? Und überhaupt: "Mädchen für alles", "Herrscher über alles" zu sein war ein zweifelhafter Ruhm. Musik - sie hatte doch einst Pate gestanden - blieb da auf der Strecke. Das Scheitern des Artifiziellen degradiert den "Klavierunterricht" - so etwas gab's ja einmal - zur Karikatur: Eine Verquickung von militärischen Zeremoniell und häuslicher Zwangsidylle war das Ergebnis.

Worin liegt noch eine Chance für das Klavier, für das Klavierspiel? Klanggeste der Ausübung und Struktur der Musik warten seit langem auf eine Wiederherstellung ihrer verschütteten Symbiose im menschlichen Leben. Jenseits der Unterscheidung von Komposition, Improvisation, Interpretation gilt es, dem Klavierspieler eine "personale" Autonomie am Instrument zuzusprechen, bei der die Aktualität des Tuns auch die ästhetische Kompetenz beinhaltet. Es sollte für das Lernen im Instrumentalspiel das gelten, was für die Sprache zutrifft: Werfen wir etwas in den Raum - z.B. das Wörtchen Kanarienvogel - , so bilden sich sogleich in der Windungen unseres Gehirns Gedankenketten, die von Tirilieren über die gelbe Farbe und den Käfig bis zu persönlichen Erfahrungen und Emfindungen reichen.

Aus langjähriger Praxis im Rahmen von Hochschulveranstaltungen und regionalen wie auch überregionalen Workshops u.ä. resultiert die Einsicht, das dem Klavierspiel ein höheres Mass an Unmittelbarkeit zuwachsen müsse als dies über den Weg der sogenannten klassischen Ausbildung möglich scheint. Die Chancen hierfür liegen darin, Klanggeste als Realisierung von Klangvorstellung zu verstehen, um Strukturen, die von der Musik vorgegeben sind, zu verdeutlichen, sie herauszuarbeiten und mit persönlichem Gehalt zu füllen.

In allem Spiel an einem Instrument liegt ein körperliches Moment, das an der Musik Anteil hat. Das Körperliche, Sinnliche findet seine Ausprägung im Gestischen , Mimischen, gleichsam Choreopraphischen. Wo ein Ton erklingt, bewegt sich etwas. Klangrede, musikalischer Sinn stehen in einer engen Beziehung zueinander. Der Sänger, der Spieler eines Melodie-Instruments erlebt dies unablässig. Die tragisch zu nennende Distanz des Klavierspielers seinem Instrument gegenüber macht es erforderlich, dass hier angesetzt wird, um Klangvorstellung und Klangäusserung in Einklang zu bringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Worauf es ankommt, is dies: dass Musik im Spiel am Instrument zu einer existentiellen Umgangsform wird. Die Herausforderungen, denen wir heute in dem gigantischen Pluralismus, der uns umgibt, zu begegnen haben - un die Gefahren, denen wir im Rahmen unserere menschlichen Verantwortung ausgesetzt sind, machen es erforderlich, tiefer in die Brunnenschächte unserer menschlichen Existenz einzutuchen? Nur so kann es überhaupt noch einen Sinn haben, Töne an einem Instrument hervorzubringen und dies womöglich auch noch anderen Menschen nahezubringen - sei es im pädagogischen Futterkasten, sei es zum ästhetischen Schmaus.

© Klaus RUNZE

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SELEKTION DER PUBLIKATIONS VON

KLAUS RUNZES neue Klavierunterricht


1971 Piano Teaching Book "Zwei Hände - Zwölf Tasten" / Germany 1971 Schott Mainz / Great Britain 1977 'Two Hands - Twelve Notes', Schott London / Japan 1986, Nihon Schott Tokyo;
1978/79 Paris, IRCAM: 'The child in the labyrinth of sound', commissioned documentation of children's creativity. Unpublished;
1983 "Geste und Sprache im Instrumentalspiel", in: Neuland, Jahrbuch 3, hg.Herbert Henck;
1985 "Klavier Klang Kommunikation. Grundsätzliches zur Live-Präparation des Klaviers, in: MusikTexte, Zeitschrift für Neue Musik, Köln (Heft 9, febr.85);
1989 "Musik heute - Enteignung des Menschen",in: "Kultur ohne Musik? Die veränderte Rolle der Musik in der visuellen Kultur", Kolloquium 7 Tagung der Hochschule fur Gestaltung, Offenbach a.M. / Deutsche UNESCO-Kommission;
1993 in: Elementare musikalische Bildung (Hrsg. Niermann), UE 1997 :
 1) Erfahrung und Verwirklichung. Die Bedeutung von Improvisation für einen komplexen Unterricht am Instrument ;
 2) Begegnung mit einem Ungeheuer. Scenische Klanggestaltung am modernen Flügel ( = Beitrage auf dem Symposion Dez.93 Wien, Hochsch.für Musik).


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